Politisches Engagement

Unsere politischen Grunds?tze und Positionen

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Als Teil unseres Engagements gegen Korruption stellt unser ?Verhaltenskodex für verantwortungsvolles Lobbying“ verbindliche Regeln für das Engagement im politischen Raum dar und schafft Transparenz in der Zusammenarbeit mit Repr?sentanten politischer Institutionen. Zudem beteiligen wir uns proaktiv an bestehenden Transparenzinitiativen beispielsweise der Europ?ischen Institutionen oder des US-Kongresses.

Die Grunds?tze für die Ausrichtung der politischen Interessenvertretung von Bayer werden vom ?Public and Governmental Affairs Committee“ des Konzerns erarbeitet. Dieses Gremium legt die Positionen des Unternehmens in Bezug auf relevante politische und gesetzgeberische Entscheidungsprozesse fest und ber?t den Bayer-Vorstand bei der Positionierung zu wichtigen politischen Fragestellungen. Auf globaler Ebene lag im Jahr 2018 der Fokus unserer politischen Interessenvertretung auf den Themen ?Innovation“, ?Access“ (Zugang),
?Reputation“ und ?Freedom to Operate“. Im Bereich ?Innovation“ setzt sich Bayer für den gesellschaftlichen Diskurs über gute Rahmenbedingungen für die Entwicklung innovativer Technologien und einen starken Schutz von geistigem Eigentum ein. Der Themenkomplex ?Access“ befasst sich mit dem sicheren, schnellen und einfachen Zugang von Patienten und Konsumenten zu unseren Produkten. Im Bereich ?Reputation“ wollen wir Bayer als führendes Life-Science-Unternehmen positionieren. Dazu suchen wir aktiv den Austausch mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren, insbesondere mit Nichtregierungsorganisationen und Politikern. Unter ?Freedom to Operate“ fallen alle Aktivit?ten, mit denen Bayer für eine streng wissenschaftsbasierte Regulierung und eine intensive und ergebnisoffene Auseinandersetzung mit neuen Technologien eintritt. Die konkrete Umsetzung der Interessenvertretung vor Ort, das Einhalten ethischer und rechtlicher Kriterien und das Schaffen von Transparenz erfolgen durch die L?ndervertretungen und die Konzernfunktion Public Affairs & Sustainability.

Unsere Verbindungsbüros in Berlin, Brüssel, Washington, Moskau, Brasilia und Peking sind für unser Unternehmen wichtige Kontaktstellen zur Politik. Wir ver?ffentlichen Angaben zu Kosten, Mitarbeiterzahl und sonstigen im jeweiligen Land gesetzlich vorgeschriebenen Daten, z. B. in den Transparenzregistern der Europ?ischen Institutionen oder des US-Kongresses. Dabei geht Bayer weit über die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen hinaus. So ver?ffentlichen wir beispielsweise auch Daten für L?nder wie etwa Deutschland, in denen keine gesetzliche Publizit?tspflicht besteht. 2019 beliefen sich die Kosten unserer Verbindungsbüros auf rund 1,7 Mio. € in Berlin, Deutschland, 4 Mio. € in Brüssel, Belgien, 9 Mio. € in Washington, USA, 0,25 Mio. € in Moskau, Russland, 0,51 Mio. € in Brasília, Brasilien, und 1,51 Mio. € in Peking, China.

Gem?? unserer Konzernregelung zum verantwortungsvollen Lobbying haben wir im Berichtsjahr keine direkten Spenden an politische Parteien, Politiker oder Kandidaten für ein politisches Amt geleistet. Einige Verb?nde, deren Mitglied wir sind, spenden unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regeln in eigener Verantwortung.

In den USA, wo Unternehmensspenden bei Wahlen auf Bundesebene sowie vielfach auch bei Wahlen in den Bundesstaaten oder auf lokaler Ebene gesetzlich untersagt sind, nutzen einige Mitarbeiter das ?Bayer Corporation Political Action Committee“ (BayPac), um Kandidaten für parlamentarische ?mter durch private Spenden zu unterstützen. Political Action Committees sind staatlich reglementierte und rechtlich selbstst?ndige Mitarbeitergruppen. Die von ?BayPac“ get?tigten privaten Spenden werden regelm??ig an die US-Wahlaufsichtsbeh?rde Federal Election Commission gemeldet und sind auf deren Webseite (auf Englisch) einsehbar.

Unsere politischen Positionen

Bayer engagiert sich für unterschiedliche Themen in verschiedenen L?ndern und mit einer Vielzahl von Interessengruppen und Organisationen. Wir ver?ffentlichen proaktiv unsere politischen Positionspapiere, um Transparenz in der Zusammenarbeit mit Stakeholdern und Entscheidungstr?gern zu gew?hrleisten.

Aktualisierungen dieser, nicht ersch?pfenden, Liste politischer Positionen werden kontinuierlich zur Verfügung gestellt. Die unten aufgeführten Positionen geben einen überblick über die übergeordneten Positionierungen des Unternehmens und k?nnen daher als Leitlinien für unser politisches Engagement gesehen werden.

Brexit

Die künftigen Beziehungen Gro?britanniens zur EU: Gr??tm?gliche wirtschaftliche Integration

Thema

Nachdem sich das britische Volk im Juni 2016 gegen einen Verbleib des Landes in der EU ausgesprochen hat, muss die britische Regierung neue (wirtschaftliche) Beziehungen zur EU aufbauen. Auf dem Tisch liegen verschiedene Optionen, die eine unterschiedlich starke wirtschaftliche Integration zwischen Gro?britannien und der EU vorsehen. Die britische Regierung muss zwischen den wirtschaftlichen Vorteilen der Integration und den innenpolitischen ?Kosten“ eines Souver?nit?tsverlustes abw?gen. Die Herausforderung besteht zurzeit vor allem darin, sorgf?ltig zwischen den zentralen Versprechen der ?Leave“-Kampagne – die Einschr?nkung der Zuwanderung von Arbeitskr?ften aus der EU, die Einstellung von Zahlungen in den EU-Haushalt und die Wiedergewinnung der Kontrolle über die Gesetzgebung – und dem verlorenen Zugang zum europ?ischen Binnenmarkt, der aktuell rund 44 % aller britischen Exporte (2015) aufnimmt, abzuw?gen.

Der europ?ische Binnenmarkt dient dem Wohl aller 500 Millionen EU-Bürger und erm?glicht es den Unternehmen, ungehindert in allen Mitgliedstaaten t?tig zu sein. Ein funktionierender Binnenmarkt, in dem sich Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital ohne Z?lle oder sonstige Beschr?nkungen frei bewegen k?nnen, f?rdert Handel und Wettbewerb, erh?ht die Effizienz und senkt die Preise.

Der Brexit k?nnte zudem den Zugang Gro?britanniens zur europ?ischen Forschung gef?hrden. Dazu z?hlt auch der Zugang zu europ?ischen Mitteln für Forschung und Entwicklung (F&E) und zu Kooperationsnetzwerken. EU-Programme wie das weltweit gr??te F&E-Programm Horizon 2020 sowie eine ?ffentlich-private Partnerschaft der EU, die Innovative Medicines Initiative, finanzieren und unterstützen die Entwicklung neuer, innovativer Produkte. Aus dem Forschungsbudget der EU flie?t viel Geld in die britische Gesundheits- und Life-Sciences-Forschung, w?hrend andererseits die europ?ische Forschungsgemeinschaft von der aktiven Beteiligung britischer Universit?ten und Industrielabore an gemeinsamen Forschungsprojekten profitiert.

Position von Bayer

Bayer ist ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland, das stark in Gro?britannien vertreten ist und auf die F&E und die Vermarktung eigener Produkte spezialisiert ist. Das Kernanliegen von Bayer besteht zurzeit darin, eine starke F&E-Basis in Gro?britannien und einen ungehinderten Zugang zum britischen Markt aufrechtzuerhalten.


  1. Ohne Hauptsitz im Land ist es für das britische Bayer-Gesch?ft enorm wichtig, dass die künftigen Beziehungen zwischen Gro?britannien und der EU auf einem wirtschaftlichen Modell mit gr??tm?glicher wirtschaftlicher Integration beruhen: Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital sollten sich weiterhin frei ohne Z?lle oder andere Barrieren bewegen k?nnen.
  2. In Anbetracht der über viele Jahre herausragenden Leistungen in der biowissenschaftlichen Forschung an den Hochschulen und in der klinischen Forschung ist die britische Pr?senz von Bayer auf F&E ausgerichtet. Um eine hohe Qualit?t der F&E zu wahren, sollte Gro?britannien weiter an F&E-F?rderprogrammen der EU wie Horizon 2020 beteiligt sein, weil diese einen wichtigen Netzwerkeffekt entfalten.
  3. Bayer h?lt eine Harmonisierung und Kontinuit?t der EU-Gesetzgebung im Bereich des Gesundheitswesens für dringend notwendig, gerade auch mit Blick auf die Beibehaltung eines stabilen EU-Regelwerks und einer funktionierenden Europ?ischen Arzneimittelagentur. Weiterhin wird es wichtig sein, gemeinsame Standards für gewerbliche Schutzrechte und Patentvorschriften zu erreichen (z. B. das Einheitspatent). Von besonderer Bedeutung für das Crop-Science-Gesch?ft von Bayer ist die Beibehaltung der gemeinsamen Marktorganisation für Saatgut sowie das harmonisierte System zur Registrierung von Pflanzensorten.
  4. Damit die laufenden Gesch?fte solide fortgeführt werden k?nnen, ist es wichtig, ein Interimsabkommen zu schlie?en, das u. a. die regulatorische Zusammenarbeit regelt. Um den Zugang langfristig zu sichern, sollte ein künftiges Handelsabkommen mit einem Mechanismus für die regulatorische Zusammenarbeit angestrebt werden.

Digitale Politik

Digitale Politik: Datenaustausch ist wichtig

Thema

Die sogenannte digitale Revolution führt zu einem Umbruch in der Gesellschaft, bei den Unternehmen und ganzen Wirtschaftszweigen. Digitale Technologien haben das Potenzial, Analysen, Produktion und Dienstleistungen sehr viel effektiver und effizienter zu machen.

Im Life-Science-Sektor sind digitale Gesch?ftsmodelle eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbsf?higkeit von L?ndern und Unternehmen in einer globalisierten Welt. Für Bayer nimmt die Digitalisierung eine Schlüsselstellung in der strategischen Ausrichtung der Divisionen ein:

Bayer baut seine F?higkeiten in der digitalen Landwirtschaft aus; lokale, datengestützte Informationen sollen den Landwirten helfen, die richtigen Entscheidungen auf dem Feld zu treffen, und ihnen genaue Vorhersagen und konkrete Empfehlungen bieten. Die Digitalisierung verspricht den Landwirten zeitnahe, feldspezifische Informationen für die Auswahl von Saatgutsorten, die Bestimmung idealer Anwendungszeitpunkte und Dosierungen sowie die frühzeitige Identifizierung von Stressfaktoren.

Auch im Gesundheitswesen hat die Digitalisierung die gesamte Wertsch?pfungskette erfasst, angefangen bei der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zur Kundenbeziehung. Bayer setzt sich mit digitalen Konzepten für die Selbstverantwortung in Gesundheitsfragen und die Selbstmedikation der Verbraucher ein und investiert gezielt in die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung.

Im Zuge der digitalen Revolution werden Daten und die Entwicklung einer datengestützten Wirtschaft zunehmend als wichtiger Katalysator für wirtschaftliches Wachstum, Innovation, Wettbewerbsf?higkeit und gesellschaftlichen Fortschritt gesehen. Gleichzeitig bringen die neuen Technologien die bestehenden Beziehungen in der Gesellschaft durcheinander, so-dass ein geeigneter rechtlicher Rahmen für sie gefunden werden muss. Ein wichtiges Thema in der politischen Diskussion ist daher auch der dringend notwendige Schutz personenbezogener Daten nach den bestehenden Datenschutzvorschriften. Regierungen diskutieren zudem darüber, wie man nicht perso-nenbezogene Daten Dritten am besten zug?nglich machen kann.

Position von Bayer

  1. Der Datenschutz ist ein ausgesprochen wichtiges Thema für Life-Science-Unternehmen. Gerade für Patientendaten sind h?chste Datenschutzstandards unerl?sslich. Die Vorschriften zur Einverst?ndniserkl?rung von Patienten zur Nutzung ihrer Daten in der medizinischen Forschung sind jedoch h?ufig zu streng formuliert. Zusammen mit vielen führenden Organisationen in der Gesundheitsforschung unterstützt Bayer ein breites Konzept der Patienteneinwilligung, das z. B. eine künftige Datenaggregation erm?glicht. Ein zu eng definierter Schutz personenbezogener Daten k?nnte zudem den gesundheitspolitischen Zielen in diesem vielversprechenden Bereich zuwiderlaufen. Daneben ist auch die Weiterentwicklung von Standards für die Datenanonymisierung wichtig.
  2. Der Austausch nicht personenbezogener Daten ist eine wichtige Voraussetzung dafür, das Potenzial einer datengestützten Wirtschaft heben zu k?nnen. Dabei dürfen jedoch keine Abstriche bei den gewerblichen Schutzrechten oder Gesch?ftsgeheimnissen gemacht werden. Besitzer gr??erer Datens?tze erteilen z. B. h?ufig Dritten Zugangs- oder Nutzungsrechte, um die Forschung und Entwicklung schneller voranzubringen. Bayer unterstützt ein solches Vorgehen, solange die Freiwilligkeit und die Vertragsfreiheit gewahrt bleiben und alle Beteiligten davon profitieren. Das Digital-Farming-Gesch?ft von Bayer arbeitet beispielsweise mit vielen Organisationen, die Daten austauschen, um die Forschung und Entwicklung neuer Technologien zu f?rdern.
  3. Die übertragbarkeit, Kompatibilit?t und Standardisierung von Daten sollte durch gemeinsame Industriestandards gef?rdert werden und nicht durch gesetzliche Vorschriften, um eine optimale Nutzung der Daten sicherzustellen.
  4. Eine wichtige Erfolgsvoraussetzung für eine datengestützte Wirtschaft ist ein zuverl?ssiger Datenfluss, damit neue datenbasierte Innovationen auf den Markt gebracht werden k?nnen. Bayer unterstützt den grenzüberschreitenden freien Datenverkehr und lehnt überflüssige Vorschriften für die Datenlokalisierung ab.

Energiewende und Energieeffizienz

Energiewende und Energieeffizienz: Nachhaltige Versorgungssicherheit

Thema

Zur Energiewende geh?ren der ambitionierte Ausbau erneuerbarer und regenerativer Energien sowie das Zurückfahren der Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Ziel ist die Dekarbonisierung und eine stabile Energieversorgung bei gleichzeitiger Minimierung ?kologischer Probleme.

Die Energiewende ist auch ein wichtiger Bestandteil des Pariser übereinkommens von 2015, einer Vereinbarung der Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen. Die Unterzeichnerstaaten des übereinkommens haben sich verpflichtetet, als Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel die Nettoemissionen an Treibhausgasen zwischen 2045 und 2060 auf null zu reduzieren.

Die Europ?ische Union und ihre Mitgliedstaaten wollen bei der Dekarbonisierung eine Vorreiterrolle spielen. Die EU bemüht sich aktiv um Klimavertr?glichkeit, indem sie Emissionen reduziert und in Ma?nahmen zur Senkung des Energieverbrauchs investiert, wie z. B. in saubere Technologien.

Die Energiewende schlie?t auch die Nutzung von effizienzsteigernden Verfahren wie der Kraft-W?rme-Kopplung (KWK) ein. Dazu geh?rt die effiziente Rückgewinnung der bei technischen Prozessen freiwerdenden W?rme. Da Produktionsanlagen das ganze Jahr über W?rme ben?tigen, werden W?rme und elektrische Energie in einem kombinierten Prozess erzeugt, der hoch effizient ist und den Bedarf an zus?tzlichen W?rme- oder Energiequellen verringert.

Position von Bayer

  1. Bayer unterstützt die Energiewende grunds?tzlich und steht hinter dem Ziel des Pariser übereinkommens, die Strom- und W?rmeversorgung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umzustellen.
  2. Bayer beabsichtigt, die Energieeffizienz seiner Produktionsanlagen kontinuierlich zu verbessern und entlang der gesamten Wertsch?pfungskette innovative Marktl?sungen zu finden, mit deren Hilfe Energie eingespart werden kann. Der Konzern hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die Energieeffizienz um 10 % gegenüber dem Basisjahr 2015 zu erh?hen.
  3. Die Energiewende bringt auch Herausforderungen mit sich. Ein Problem sind die steigenden Energiepreise, die sich negativ auf die Wettbewerbsf?higkeit von Produktionsstandorten auswirken, an denen die Energiepreise ohnehin schon hoch sind (z. B. Deutschland). Die Energiepreise beeinflussen die Wettbewerbsf?higkeit und Nachhaltigkeit ganzer Industriezweige. Darüber hinaus müssen wir die Sicherheit der Energieversorgung gew?hrleisten. Es ist unabdingbar, die Integration erneuerbarer Energien in nachhaltige Versorgungsstrategien sorgf?ltig zu planen, um in Zukunft Versorgungssicherheit garantieren zu k?nnen.
  4. Ein Kernelement der Effizienzstrategie von Bayer ist der Einsatz der Kraft-W?rme-Kopplung in der Energieerzeugung in Deutschland. Die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Erg?nzung erneuerbarer Energien durch die Technologie der Kraft-W?rme-Kopplung sind zunehmend günstig.

Finanzpolitik

Finanzpolitik für die Realwirtschaft

Thema

Seit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 wurden auf internationaler Ebene Anstrengungen unternommen, den Hauptursachen auf den Grund zu gehen und geeignete L?sungen zu entwickeln, um einer vergleichbaren Krise in Zukunft vorzubeugen.

Die Gruppe der 20 (G20), in der die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenl?nder zusammenkommen, will das globale Finanzsystem st?rken und die Aufsicht und Regulierung der Finanzmarktakteure verbessern.

Die Koordination der G20 beruht auf Empfehlungen zur a) Verst?rkung von Transparenz und Rechenschaftspflicht; b) Verbesserung der Regulierung; c) F?rderung der Funktionsweise von Finanzm?rkten; d) Verst?rkung der internationalen Zusammenarbeit und e) Reformierung der internationalen Finanzinstitutionen. Für die Umsetzung sind jedoch die einzelnen L?nder verantwortlich.

Darüber hinaus nehmen auch andere Institutionen wie die Weltbank, der Internationale W?hrungsfonds oder der Basler Ausschuss (in dem die Zentralbanken und Bankaufsichtsbeh?rden vertreten sind) Einfluss auf die Regeln für die Risikoüberwachung und die Kapitalanforderungen für Banken.

In diesem Zusammenhang wird es für die Realwirtschaft – Nichtfinanzunternehmen, die Finanzdienstleistungen nutzen – immer wichtiger, sich Geh?r zu verschaffen. Unternehmen der Realwirtschaft haben sich für strengere Kapitalanforderungen und erg?nzende Ma?nahmen eingesetzt, um m?gliche Bankenpleiten infolge der Krise zu verhindern. Bestimmte Regelungen und weitere geplante Regeln, die für mehr Finanzstabilit?t sorgen sollen, k?nnten jedoch unbeabsichtigte Folgen für die Realwirtschaft haben. Daher ist es wichtig, zwischen Finanz- und Nichtfinanzunternehmen zu unterscheiden, um die konkreten Auswirkungen des neuen Regelwerks zu verstehen. Für Nichtfinanzunternehmen sollten daher nach M?glichkeit Ausnahmen und Sonderregelungen gelten.

Position von Bayer

Bayer ist auf stabile Finanzsysteme angewiesen, da die Darlehenskapazit?t der Finanzinstitute wichtig für die Finanzierung der Investitionsaktivit?ten der Realwirtschaft ist. Die Basler Vereinbarungen sollen für eine ausreichende Kapitalausstattung der Banken sorgen, um künftige Bankenzusammenbrüche zu vermeiden. Eine h?here Kapitalausstattung kann die Kreditvergabe indirekt bremsen, worunter wiederum das Wirtschaftswachstum leiden k?nnte. Bayer fordert deshalb, dass die gesamtwirtschaftlichen Folgen, d. h. nicht nur die Folgen für den Finanzsektor, genauer geprüft werden, bevor strengere globale Standards in diesem Bereich eingeführt werden.


  1. Als Unternehmen mit Sitz in Deutschland unterstützt Bayer den Einsatz für einen st?rkeren Kapitalmarkt in Europa. Vorschl?ge zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer und Versuche, Nichtfinanzunternehmen st?rker in die Finanzmarktregulierung einzubeziehen, k?nnten die Entwicklung einer europ?ischen Kapitalmarktunion behindern.
  2. Bei der Regulierung von Finanzsystemen muss zwischen Finanz- und Nichtfinanzunternehmen unterschieden werden. Nichtfinanzunternehmen nutzen h?ufig Derivate, um sich gegen Gesch?ftsrisiken abzusichern. Der Einsatz von Derivaten zu diesem Zweck ist – anders als bei der spekulativen Nutzung – von strategischer Bedeutung und erh?ht die Belastbarkeit des Finanzsystems. Für Unternehmen der Realwirtschaft dürfen daher nicht dieselben Pflichten wie für Finanzinstitute gelten, etwa bezogen auf ein zentrales Clearing oder Berichtspflichten, die die Unternehmen entscheidend davon abhalten würden, Derivate zur Absicherung zu nutzen.

Gender und kulturelle Vielfalt

?Gender-Balance“ und kulturelle Vielfalt: Gut für das Unternehmen

Thema

Frauen sind in Führungspositionen noch immer unterrepr?sentiert. In vielen L?ndern und auch in der Europ?ischen Union wird deshalb darüber diskutiert, wie mehr Frauen in Führungspositionen gebracht werden k?nnen – beispielsweise durch eine gesetzliche Quote. In Deutschland wurde zum Beispiel im Frühjahr 2015 eine Frauenquote für Aufsichtsr?te beschlossen, die ab 2016 sukzessive umgesetzt wird.

Es geht aber nicht nur um ?Gender-Balance“, also um ein ausgewogeneres Geschlechterverh?ltnis, sondern auch um kulturelle Vielfalt. Beides ist wichtig: Frauen stellen heute bereits 60 Prozent aller Hochschulabg?nger weltweit, und 65 Prozent aller Kaufentscheidungen werden ma?geblich von Frauen beeinflusst. In zehn Jahren wird die H?lfte der weltweiten Verbraucher aus den heutigen Entwicklungsl?ndern stammen – und in fünf Jahren vier von zehn Universit?tsabsolventen aus China und Indien.

Position von Bayer

  1. Seit Ende 2010 arbeiten wir bei Bayer intensiv daran, die Ausgewogenheit der Kulturen und Geschlechter in unserer Führungsmannschaft zu verbessern.
  2. Wir st?rken damit unsere Wettbewerbsf?higkeit und f?rdern entscheidende Erfolgsfaktoren:
    • Kulturelle Vielfalt und ein ausgewogenes Verh?ltnis von M?nnern und Frauen st?rken die Innovationskraft unserer Teams.
    • Wir wollen das gesamte Potenzial nutzen, das die M?nner und Frauen unterschiedlicher Nationalit?ten in unserem Unternehmen bieten. Dasselbe gilt im Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs.
    • Wir müssen unsere weltweiten Kunden in ihrer gesamten Vielfalt verstehen und wollen diese Vielfalt auch in den Entscheidungsprozessen unseres Unternehmens verankern.
  3. Wir unterstützen unsere Führungskr?fte dabei, Mitarbeiter geschlechts- und kulturübergreifend optimal zu rekrutieren und zu halten, zu f?rdern und zu bef?rdern. Den damit verbundenen Lernprozess unterstützen wir in Seminaren. Unser oberstes Management verantwortet den Prozess und treibt ihn voran.
  4. Wir haben ehrgeizige Ziele, und wir machen gute Fortschritte. Deshalb sehen wir auch die Quotendiskussion gelassen. Wir sind aus eigener überzeugung auf einem guten Weg.
  5. Bis Ende 2017 haben wir den Frauenanteil im oberen Management konzernweit auf rund 32 Prozent gesteigert. Bis 2020 m?chten wir diesen Anteil auf 35 Prozent erh?hen.
  6. Insgesamt sind im Bayer-Konzern Menschen aus rund 145 Nationen besch?ftigt. Was die kulturelle Ausgewogenheit im oberen Management angeht: Rund 21 Prozent der Führungskr?fte stammen aus L?ndern au?erhalb von Westeuropa, den USA oder Kanada. Diesen Anteil m?chten wir bis 2020 auf 25 Prozent anheben.

Genom-Editierung

Genom-Editierung: Wissenschaft und Risikobewertung als Grundlage für gesetzliche Regelungen

Thema

Die bahnbrechenden Entwicklungen in den Verfahren der Genom-Editierung stellen für die Biowissenschaften einen erheblichen Fortschritt dar. Sie bergen ein enormes Nutzenpotenzial für Human- und Tiertherapeutika, für die Züchtung von Pflanzensorten mit neuen Merkmalen und für die Entwicklung neuer biologischer Mittel zur Bek?mpfung von Sch?dlingen und Krankheiten. Gesellschaftlich gesehen k?nnen sie sozio?konomische und umweltrelevante Vorteile bringen. Andererseits stellen diese Durchbrüche die derzeitige rechtliche Situation infrage. Sie geben Anlass zu politischen Diskussionen und haben damit das Potenzial, die ?ffentliche Meinung zu spalten.

Als führendes Life-Science-Unternehmen nimmt Bayer bei diesen Fortschritten eine federführende Rolle ein und leistet einen wichtigen Beitrag zu den gesellschaftlichen Debatten, an denen Experten und Gesch?ftsführung des Unternehmens und das Leaps by Bayer sich beteiligen – insbesondere, wenn es um m?gliche Anwendungen von Genom-Editierungs-Technologien als zukünftige Therapeutika geht. Wir haben Zugang zu Genom-Editierungs-Technologien und nutzen sie in der Humanforschung, Pflanzen- und Tierwissenschaften sowie der Erforschung von Mikroorganismen.

Die Bayer-Forschung in der Genom-Editierung zielt darauf ab, DNA auf pr?zise, effiziente und verantwortliche Weise zu ver?ndern. Zielgerichtete Verfahren mit Einsatz von Genscheren erm?glichen es, DNA zu schneiden, zu editieren, zu reparieren und Abschnitte zur DNA hinzuzufügen. Bislang stehen mehrere Methoden wie CRISPR/Cas9, Zink-Finger-Nukleasen und TALENs zur Verfügung. Darüber hinaus bieten andere ?hnliche Technologien vielf?ltige M?glichkeiten, beispielsweise Entfernen oder Einfügen von Genen oder Nukleotiden und Aktivieren oder Ausschalten einzelner Gene.

Die letzten Entwicklungen auf dem Gebiet der Genom-Editierung bedeuten neue Chancen für zukünftige Anwendungen als Therapeutika zur Heilung bestimmter Krankheiten und sind als echter Durchbruch zu betrachten. Hat man in Bezug auf die Pflanzenwissenschaften bereits zahlreiche Fragen er?rtert, so stehen die Debatten über Genom-Editierung beim Menschen gerade erst am Anfang. Insofern sind für Produkte der Genom-Editierung bei Anwendung am Menschen neue juristische Rahmenbedingungen erforderlich.

Position von Bayer

  1. Produkte der Genom-Editierung werden nicht nur Vorteile, sondern auch potenzielle Risiken mit sich bringen. Diese gilt es zu verstehen und zu steuern. Daher sind Risiken auf wissenschaftlicher Grundlage zu bewerten und dann abzuwehren oder zu vermeiden. Beim Risikomanagement sollte aber stets der Nutzen der jeweiligen Produkte berücksichtigt werden.
  2. Gemeinsam mit führenden Wissenschaftlern befürwortet Bayer eine angemessene Gesetzgebung für die Genom-Editierung bei Pflanzen, die das Produkt der Pflanzenzüchtung und nicht nur den technischen Prozess der Züchtung/Produktion betrachtet.
  3. Bayer vertritt die Position, die menschliche Keimbahn nicht zu ver?ndern, und unterstützt ein diesbezügliches Moratorium von Wissenschaftlern aus dem Jahr 2015. Ver?nderungen am Erbgut gelten als Grenze, die nicht überschritten werden darf. Nicht die Keimbahn betreffende DNA-Ver?nderungen beim Menschen sind heute schon aus ethischer Sicht als therapeutische Optionen zur Heilung von Krankheiten gerechtfertigt, da sie nicht an Nachkommen vererbt werden.
  4. Viele Fragen sind jedoch noch offen: Wie wird beispielsweise die Sicherheit neuer Therapieformen gemessen? Wie wird der Zugang zu diesen neuen Behandlungsm?glichkeiten organisiert und wie werden die Kosten gerecht verteilt? Damit wird sich die Gesellschaft in den kommenden Jahren befassen müssen. Es wird von entscheidender Bedeutung zu sein, geistiges Eigentum entsprechend einzuordnen und die Tauglichkeit von Gesundheitstechnologiebewertungen zu bestimmen. Insofern ruft Bayer zu einer gesellschaftlichen Debatte darüber auf, wie die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Genom-Editierung im Hinblick auf Innovationsf?higkeit zu gestalten sind.

Gesetzgebung und Politik

Gesetzgebung und Politik: Entscheidend sind die Rolle der Wissenschaft und Transparenz

Thema

Bevor ein Produkt von Bayer auf den Markt und damit zum Verbraucher gelangt, muss es eine ganze Reihe von Vorschriften zur Sicherheit und Wirksamkeit erfüllen. In klinischen Studien werden die Wirksamkeit und das Nutzen-Risiko-Profil von Arzneimitteln und Consumer-Health-Produkten ermittelt. Die Verschreibung und Anwendung von Medikamenten liegen überwiegend in den H?nden von ?rzten und Apothekern. Pflanzenschutzmittel werden in wissenschaftlichen Toxikologiestudien gründlich getestet und ihre Anwendung unterliegt strengen Grenzwerten und einer sorgf?ltigen Kontrolle. Einige Bayer-Produkte sind frei verk?uflich, für andere dagegen gilt eine staatlich vorgeschriebene Preisbindung.

Bayer unterstützt die Regulierung und die damit verbundenen Gesetze, sofern sie dem Schutz der Gesundheit und der Umwelt dienen. Politiker sehen sich jedoch Zielkonflikten ausgesetzt, zum Beispiel Gesundheitsschutz und Umweltschutz, Innovationsf?higkeit, Wettbewerbsf?higkeit, Mitarbeiterrechte und gesellschaftliches Wohl.

Politiker müssen ausgehend von ihren eigenen Werten und politischen Ansichten zwischen einer Vielzahl politischer Ziele abw?gen. Die Gesetzgebungsverfahren sind dadurch deutlich komplexer geworden. Sie müssen neue Ideen entwickeln, um diese Komplexit?t transparent und zuverl?ssig in überschaubare, gesetzgeberische Optionen umzumünzen.

Es gibt viele Beispiele für einen neuen Handlungsma?stab: Die EU hat eine Agenda für bessere Rechtsetzung angenommen und die USA haben ihr Verfahren zur ?ffentlichen Bekanntmachung und Stellungnahme weiter vorangebracht. Folgenabsch?tzungen geh?ren mittlerweile fast schon zum Standard und in einer Reihe von L?ndern wurden auch bereits neue Prozesse für die wissenschaftliche Beratung und Risikobewertungen eingeführt.

Versuche, Gesetze und Vorschriften berechenbarer, transparenter, wissenschaftsbasierter und innovationsfreundlicher zu gestalten, sollten jedoch systematischer erfolgen und nicht willkürlich.

Position von Bayer

Bayer unterstützt eine starke und vernünftige gesetzgeberische und beh?rdliche Kontrolle seiner Branchen, vor allem bezogen auf den Gesundheits- und Umweltschutz, soweit die Innovationst?tigkeit dadurch nicht ausgebremst wird. Wir halten vier Bereiche für besonders wichtig, um den Gesetzgebungsprozess zu verbessern:


  1. Bayer spricht sich für neue Formen der Entscheidungsfindung aus, wie man sie etwa in den Empfehlungen der OECD zur besseren Rechtsetzung findet. Bayer h?lt es für ausgesprochen wichtig, die Qualit?t und Rechenschaftspflicht der Politiker und Gesetzgeber zu verbessern. Wir halten eine frühzeitige und transparentere Folgenabsch?tzung, die Beitr?ge von Stakeholdern berücksichtigt, für sehr wichtig.
  2. Bayer unterstützt eine wissenschaftsbasierte Entscheidungsfindung. Wissenschaftliche Belege sollten auf einem akademischen Konsens beruhen. Damit Rechtsvorschriften nach den besten wissenschaftlichen Erkenntnissen vorbereitet und verabschiedet werden, sollten institutionalisierte Mechanismen geschaffen werden, die die Regierungen zu den Optionen und deren Folgen aus wissenschaftlicher Sicht beraten. Eine Institution, die solche Empfehlungen erteilt, sollte für die Qualit?t der wissenschaftlichen Erkenntnisse verantwortlich sein, die zur Entscheidungsfindung herangezogen werden.
  3. Bayer fordert die Anwendung eines Innovationsprinzips, um die Folgen von Gesetzesentwürfen für die Innovationst?tigkeit systematisch abzusch?tzen. Dieser Grundsatz würde das Vorsorgeprinzip erg?nzen, indem es für die n?tige Vorsorge sorgt, gleichzeitig aber auch Innovation f?rdert.
  4. Bayer setzt sich für mehr Transparenz in den Gesetzgebungsverfahren ein. Regierungsstellen sollten beispielsweise ihre Gesetzesvorschl?ge offenlegen. Bayer will Transparenz schaffen und arbeitet daran, regulatorische Daten online zu stellen, unter der Bedingung, dass geistiges Ei-gentum nicht gegenüber Wettbewerbern offengelegt wird.

Gesundheitspriorit?ten

Globale Gesundheitspriorit?ten der neuen Strategie der Bundesregierung zu Globaler Gesundheit

Leistungsstarke und zukunftsorientierte Gesundheitssysteme sind essentiell – für das Wohlergehen jedes einzelnen und für unsere Gesellschaft, für Wirtschaftswachstum und für Entwicklung. Forschende Pharmaunternehmen k?nnen dazu mit innovativen Arzneimitteln beitragen. Bayer bietet als innovatives Life-Science-Unternehmen ein umfassendes One-Health-Konzept einschlie?lich Gesundheitsversorgung und Ern?hrung. Damit hilft das Unternehmen dabei, wichtige Ziele der Agenda für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (United Nations Sustainable Development Goals, UN SDG) zu erreichen, die 2015 als globale ?Agenda 2030“ definiert wurden, um globale Herausforderungen wie Armut und Hunger zu bew?ltigen.

In diesem Zusammenhang erarbeitet die Bundesregierung Deutschlands derzeit eine Strategie zu Globaler Gesundheit, zu der auch Nichtregierungsorganisationen und private Akteure beitragen sollen. Bayer begrü?t diesen Ansatz, wirkte am Positionspapier der Wirtschaft mit und ist offen für einen Dialog. Wir bei Bayer sind der Ansicht, dass alle – staatliche und nicht-staatliche Akteure – einen wichtigen Beitrag leisten und am besten durch gemeinsame Anstregungen die globalen Gesundheitsziele erreichen, die insbesondere in dem UN-SDG 3 ?Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gew?hrleisten und ihr Wohlergehen f?rdern“ formuliert werden.

Die Herausforderung: Die weltweite Krankheitsbelastung ver?ndert sich

Internationale Organisationen und Nichtregierungsorganisationen konzentrieren sich derzeit am st?rksten darauf, übertragbare vernachl?ssigte Tropenkrankheiten (NTD) zu bek?mpfen, um der aktuellen Krankheitslast der L?nder mit mittlerem und niedrigem Einkommen entgegenzuwirken. Auch wenn dies wichtig ist, so stellt der weltweite Anstieg nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) eine besondere Herausforderung dar. Laut der OECD verursachen die bedeutendsten NCD-Gruppen zusammen ungef?hr 60 Prozent der Gesundheitsausgaben1. Auf globaler Ebene entfielen 2016 über 70 Prozent aller Todesf?lle auf NCD: 44 Prozent auf Herzkreislauferkrankungen, 22 Prozent auf Krebserkrankungen und 9 Prozent auf Lungenerkrankungen. Dabei steigen die F?lle von NCD überproportional in den L?ndern mit mittlerem und niedrigem Einkommen an2. Innovative Methoden zur Behandlung von onkologischen und kardiovaskul?ren Erkrankungen sind notwendig, um eine allgemeine Gesundheitsversorgung (Universal Health Coverage, UHC) sicherstellen zu k?nnen.

Welche Themen sollten strategische Priorit?ten darstellen?

Bayer unterstützt eine starke und vernünftige gesetzgeberische und beh?rdliche Kontrolle seiner Branchen, vor allem bezogen auf den Gesundheits- und Umweltschutz, soweit die Innovationst?tigkeit dadurch nicht ausgebremst wird. Wir halten vier Bereiche für besonders wichtig, um den Gesetzgebungsprozess zu verbessern:


  1. Allgemeine Gesundheitsversorgung – UHC: Die Regierungen sollten die allgemeine Gesundheitsversorgung wie im SDG 3.8 dargelegt f?rdern und sicherstellen, dass die Behandlung von NCD (SDG 3.4) ein integraler Bestandteil der allgemeinen Gesundheitsversorgung ist. Vorbeugung, Behandlung und Kostenübernahme – auch für innovative Arzneimittel – sollten gef?rdert und weltweit nicht nur für NTD garantiert werden. Auch Behandlungen für Krebs-, Herzkreislauf-, Atemwegs- und psychische Erkrankungen sollte UHC umfassen. Au?erdem st?rkt die eigenverantwortliche t?gliche Gesundheitsvorsorge durch Entscheidungen in den Bereichen Bewegung, Ern?hrung, Hygiene und Selbstmedikation die Nachhaltigkeit globaler Gesundheitssysteme.
  2. Bedeutung innovativer Arzneimittel und NCD: Die Regierungen sollten sich für innovative L?sungen zur Behandlung von NCD einsetzen.. Sie sollten die Bedeutung innovativer Arzneimittel bewerben, Innovation durch die Finanzierung von Forschungsvorhaben f?rdern und innovationsfreundliche Rechtsgrundlagen schaffen. Ein st?rkerer Schutz geistigen Eigentums kann mit einem besseren Zugang zu Arzneimitteln Hand in Hand gehen, wenn Gesundheitssysteme gest?rkt werden. Innovative Arzneimittel k?nnen dazu beitragen, leistungsf?hige Gesundheitssysteme aufzubauen, wenn ihr Wert ganzheitlich betrachtet wird.
  3. Digitalisierung und künstliche Intelligenz: Die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung tr?gt zu wirksamerer und patientenorientierter Behandlung bei. Au?erdem k?nnen digitale L?sungen bei der Analyse von Gesundheitssystemen helfen. Ressourcen für innovative Gesundheitsl?sungen k?nnen dadurch freigesetzt werden. Dies bringtVorteile für Patienten, Gesundheitssysteme und die Gesellschaft. Dazu ist ein innovationsfreundlicher Rechtsrahmen notwendig, der den Besonderheiten digitaler Anwendungen und Systeme ausreichend Rechnung tr?gt.
  4. One Health: Voraussetzung für Gesundheit ist eine angemessene Ern?hrung. Deshalb sollten sich Regierungen im Rahmen von SDG 2 für die Akzeptanz von Technologien und neue Wege im Kampf gegen Hunger und Mangelern?hrung einsetzen. Dabei sollten die Interessen aller Akteure entlang der Produktionskette berücksichtigt werden, auch die der Kleinbauern in l?ndlichen Gebieten.

1

https://www.oecd.org/health/Expenditure-by-disease-age-and-gender-FOCUS-April2016.pdf

2

https://www.who.int/gho/ncd/mortality_morbidity/en/

Gewerbliche Schutzrechte

Gewerbliche Schutzrechte sind wichtig für Life-Science-Innovationen

Thema

Bayer ist ein forschungsorientiertes Unternehmen. Es hat 2019 5,3 Mrd. Euro in F&E investiert. Die Gesellschaft profitiert von Innovationen, die helfen, Krankheiten vorzubeugen, zu lindern und zu behandeln und die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln, Futtermitteln und pflanzlichen Rohstoffen zu sichern.

Gewerbliche Schutzrechte sind ein wichtiger Teil des Innovationsprozesses, vor allem wenn damit hohe Investitionen, spezialisierte Forschung und ein gewisses Misserfolgsrisiko einhergehen. Das ist in der Life-Science-Forschung der Fall, etwa in der Pflanzenzüchtung, der Arzneimittelforschung oder der Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln. Ohne einen effektiven Patentschutz sind Produktentwicklungen und F&E-Investitionen im streng regulierten Life-Science-Sektor nicht gewinnbringend.

Unternehmen wie Bayer müssen sich darauf verlassen k?nnen, dass das Ergebnis ihrer F&E-Investitionen vor der Nachahmung durch andere geschützt wird, die die Kosten und Risiken nicht tragen. Gewerbliche Schutzrechte hindern Dritte über einen begrenzten Zeitraum daran, das neue Produkt ohne Zustimmung des Erfinders zu kopieren. Auch wenn die begrenzte Exklusivit?t für den Erfinder nach Ablauf der Schutzfrist endet, bleiben die Innovationen von Bayer der Gesellschaft weiterhin erhalten. Aus der Ver?ffentlichung von Patentantr?gen k?nnen weitere Innovationen erwachsen, da die Eigenschaften einer Erfindung ?ffentlich bekannt werden. Dieser innovationsf?rdernde Effekt von Patenten wird durch Ausnahmeregelungen im Patentrecht noch verst?rkt, die eine F&E schon w?hrend der Patentdauer erlauben.

Zu den gewerblichen Schutzrechten z?hlen z. B. Patente, Gesch?ftsgeheimnisse, Unterlagenschutz, Marken, Designs, Sortenschutzrechte und Ma?nahmen zur Verl?ngerung der Patentdauer, z. B. erg?nzende Schutzzertifikate.

Neben dem Schaden für den Erfinder stellen Verst??e gegen gewerbliche Schutzrechte wie gef?lschte Arzneimittel oder Pflanzenschutzmittel eine gro?e Gefahr für die menschliche Gesundheit und die Umwelt dar.

Position von Bayer

  1. Bayer fordert einen starken gewerblichen Rechtsschutz. Steigende F&E-Kosten und lange Entwicklungszeiten machen dies erforderlich. Die Industrie ist wegen der Dauer und Komplexit?t von Innovationsprozessen auf eine gute Planbarkeit in Bezug den gewerblichen Rechtsschutz und seine Durchsetzung angewiesen.
  2. Künftige Freihandelsabkommen und andere (internationale) Vertr?ge müssen Bestimmungen zu gewerblichen Schutzrechten und ihre Durchsetzung enthalten. Das WTO-übereinkommen über handelsrelevante Aspekte von Rechten an geistigem Eigentum (TRIPS) ist in dieser Hinsicht ein wichtiger Meilenstein.
  3. Bayer erkennt die Forderung der Gesellschaft nach Transparenz an. Bayer beteiligt sich am Orange Book zu Arzneimittelpatenten in den USA und der PINTO-Datenbank (Patent Information and Transparency Online) im europ?ischen Saatgutsektor.
  4. Neben Patenten und Patentverl?ngerungen muss auch der Unterlagenschutz zu den Ma?nahmen z?hlen. In dieser Hinsicht besteht nach wie vor eine gro?e Kluft beim Wechsel von verschreibungspflichtigen zu frei verk?uflichen Arzneimitteln. Die gestiegenen Datenanforderungen in diesem Bereich bedeuten, dass der Unterlagenschutz mindestens 3 Jahre bestehen sollte.
  5. Der gewerbliche Rechtsschutz ger?t immer mehr unter Druck, weil die Ansicht vertreten wird, das Patentsystem erschwere den Zugang zu Arzneimitteln und Saatgut. Das Patentsystem ist eine Voraussetzung für die Entwicklung innovativer Produkte und sorgt für Anreize, indem es dem Erfinder vorübergehenden Schutz verschafft. Nach Ansicht von Bayer stehen Innovationsanreize und der Zugang zu Innovation im gewerblichen Rechtsschutz der Industriel?nder grunds?tzlich in einem ausgewogenen Verh?ltnis.

Handelspolitik

Handelspolitik

Thema

Bayer ist ein multinationales Unternehmen mit deutschen Wurzeln, das in über 87 L?ndern vertreten ist. Der Handel ist eine Grundvoraussetzung für unseren Gesch?ftserfolg. Die weltweiten Handelsstr?me von Bayer beliefen sich 2016 auf rund 18,5 Mrd. Euro. Die Gesch?ftst?tigkeit des Unternehmens beruht auf einer komplexen Wertsch?pfungskette mit einer Vielzahl von Forschungs- und Entwicklungsstandorten, geografisch verstreuten Produktionsstandorten und überwiegend nationalen Regelwerken.

Der zunehmende Freihandel in den letzten Jahrzehnten kam nicht nur der Wirtschaft zugute, sondern auch den Bürgern. Viel mehr Menschen waren dank besserer Handelsbedingungen in der Lage, an der globalen Wirtschaft teilzuhaben. Das dadurch angekurbelte Wirtschaftswachstum hat die Lebensbedingungen der Menschen verbessert. Laut den Vereinten Nationen sind Hunger, Armut, Kindersterblichkeit und Analphabetismus in den vergangenen Jahrzehnten gesunken.

Allerdings greifen in letzter Zeit auch protektionistische Ma?nahmen um sich. Damit wollen die betreffenden L?nder nicht wettbewerbsf?hige Wirtschaftszweige schützen. Beispiele hierfür sind ein übernahmeschutz, die gezwungene Lokalisierung der Produktion, Importsubstitution oder Zwangslizenzierungen. Darüber hinaus nutzen manche L?nder Politikinstrumente der Welthandelsorganisation (WTO) wie Anti-Dumping-Untersuchungen für eine Zollanhebung.

Nicht-tarif?re Hemmnisse behindern den Handel. Dabei handelt es sich zwar oft nicht um protektionistische Ma?nahmen im eigentlichen Sinn, sie k?nnen aber de facto dazu führen, dass M?rkte abgeriegelt werden. Laut der WTO hat sich die Zahl der Handelsbeschr?nkungen im Zeitraum 2010 bis 2016 von 546 auf 2.835 erh?ht. Nicht eingerechnet sind gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Ma?nahmen sowie technische Handelshemmnisse, von denen bis Ende 2016 35.266 gemeldet wurden.

Solche Beschr?nkungen belasten die Handelsbeziehungen von Bayer; gleichzeitig erschweren sie den Zugriff von Patienten und Verbrauchern auf Bayer-Produkte.

Position von Bayer

  1. Bayer tritt ein für ein transparentes, regelbasiertes Handelssystem, das vorzugsweise global durch internationale Institutionen wie die WTO geregelt wird. Ein solches System muss demokra-tisch kontrollierbar und effizient sein, um protek-tionistische Ma?nahmen so effektiv wie m?glich auszur?umen.
  2. Bayer setzt sich für Handelserleichterungen ein, um eine effiziente Funktionsweise seiner Wert-sch?pfungs- und Lieferketten sicherzustellen. Zollbestimmungen, Ursprungsregeln und Exportsubventionen sind Beispiele für Vorschriften, die den Handel beherrschen und ihn bei allzu gro?en Unterschieden deutlich erschweren. Es ist daher im Interesse der Wirtschaft, ein einfaches, harmonisiertes System von Handelserleichterungen zu erreichen.
  3. Bayer fordert eine Verbesserung der regulatorischen Zusammenarbeit und Koh?renz. Nicht-tarif?re Hemmnisse behindern den Freihandel, vor allem in einem stark regulierten Bereich wie den Life Sciences. Bayer h?lt sich an internationale und nationale Standards und spricht sich für den Abbau nicht-tarif?rer Handelshemmnisse aus.
  4. Bayer ist ein innovationsgetriebenes Unternehmen, das sehr viel in die F&E investiert. Der Wert seiner Produkte h?ngt von gewerblichen Schutzrechten ab. Diese sind n?tig, um zu verhindern, dass Produkte von konkurrierenden Unternehmen nachgeahmt werden. Um in einem bestimmten Markt Fu? zu fassen, ist es deshalb wichtig, Ma?nahmen zur Sicherung der F&E-Investitionen zu treffen. Bayer tritt ein für hohe Standards im gewerblichen Rechtsschutz und Investitionsschutz, die international aufeinander abgestimmt sein sollten.
  5. Bayer unterstützt Entwicklungen, die die Integration nationaler M?rkte schrittweise gestalten, wie etwa den vorgeschlagenen multilateralen Investitionsgerichtshof. Die richtige Abw?gung zwischen den Rechten von Investoren und Staaten hilft Auslandsinvestitionen transparent und gesetzeskonform zu sichern.

Innovation

Innovationspolitik: Life-Science-Innovationen für ein besseres Leben

Thema

Eine zentrale Rolle bei Bayer spielen Innovationen. Sie sind ein entscheidender Faktor für unsere Gesch?ftsentscheidungen als Life-Science-Unternehmen. Das Unternehmen besch?ftigt mehr als 16.000 Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung (F&E) und gibt 5,3 Mrd. € für F&E aus (2019). Bayer verfolgt eine Open-Innovation-Strategie mit zahlreichen Partnern von Hochschulen bis hin zu Startups.

Wissenschaft, Forschung und Entwicklung sind von gro?er Bedeutung für die Wirtschaft eines Landes. Der Umsetzung von Forschungsergebnissen in Produkte wird weit weniger Beachtung geschenkt, obwohl sich gerade hier die Wertsch?pfung aus der F&E vollzieht. Der wichtige Schritt der Kommerzialisierung unterscheidet die Innovation von der Forschung.

Innovation kann auf viele Hürden treffen. Dazu z?hlen Vorschriften, die Biotechnologieprodukte benachteiligen, die Ablehnung von Arzneimittelpatenten oder Pflanzeninnovationen oder die zu sp?te Registrierung von Consumer-Care-Produkten. Diese Hürden sind in der Regel nicht speziell darauf ausgelegt, die Innovation zu bremsen. In Kombination mit anderen Hürden k?nnen sie jedoch eine gef?hrliche Bremswirkung entfalten.

In einigen L?ndern fehlt es an den Grundvoraussetzungen für Forschung und Innovation, wie etwa einen Zugang zu F&E, Personal oder Kapital. Bisweilen reicht der vorhandene gewerbliche Rechtsschutz nicht aus, um Innovationsanreize zu setzen. Andernorts besteht eine unüberbrückbare Kluft zwischen Forschung und Kommerzialisierung. Es kann vieles schieflaufen, allen Problemen aber ist die Tatsache gemein, dass es h?ufig an koh?renten innovationsf?rdernden Rahmenbedingungen fehlt.

Innovation funktioniert am besten, wenn verschiedene Akteure in einem Innovations?kosystem zusammenkommen: gro?e Unternehmen, Startups, Lieferanten, Kunden, Universit?ten, Forschungsinstitute und andere.

Position von Bayer

Bayer setzt sich für gesetzliche Rahmenbedingungen ein, die die Innovation f?rdern. Diese k?nnen zwar je nach den ?rtlichen Gegebenheiten unterschiedlich ausgestaltet sein, sie schaffen aber grunds?tzlich die notwendigen Voraussetzungen für eine erstklassige F&E, geeignete Anreize für die Kommerzialisierung und ein Regelwerk, das eine langfristige strategische Innovationsplanung erlaubt.


  1. Bayer fordert die Einführung eines Innovationsprinzips, um die Folgen neuer Gesetzesvorschriften auf die Innovationst?tigkeit zu prüfen. Ein solches Prinzip würde Innovationen mit anderen politischen überlegungen gleichstellen. Es k?nnte dazu beitragen, die Bedingungen für Forschung und Innovation zu verbessern und unn?tige Belastungen durch die Regulierung zu vermeiden.
  2. Bayer spricht sich auch für Innovationsf?rderung durch die Kooperation zwischen wichtigen Stakeholdern aus: Industrie, Hochschulen, Startups, Gesellschaft, Politik, Bürger – alle sind n?tig, um ein dynamisches und produktives Innovations?kosystem zu schaffen. Dies sollte von der Politik aktiv gef?rdert und erleichtert werden.
  3. Bayer fordert die Umsetzung einer koh?renten Innovationspolitik, um Innovation zu f?rdern: eine solide MINT-Bildung (Mathematik, Ingenieur-wissenschaften, Naturwissenschaften, Technik), Anreize für F&E, bspw. durch Steuervergünstigungen, einen starken gewerblichen Rechtsschutz und Forschungsprogramme, die die internationale Zusammenarbeit und den Austausch von Industrie und Wissenschaft f?rdern.
  4. Um ein zuverl?ssiges Innovations?kosystem zu schaffen, sollten politische Entscheidungen wissenschaftsbasiert sein. Die Wissenschaft kann keine Entscheidungen diktieren, sie kann die Entscheidungstr?ger nur informieren. Sie kann verschiedene, realistische Politikoptionen vortragen und die jeweiligen Folgen verdeutlichen.

Tierversuche

Tierversuche: Für sichere Arznei- und Pflanzenschutzmittel unverzichtbar

Thema

Tierversuche spielen eine wichtige Rolle für den Forschungs- und Entwicklungsprozess von Arzneistoffen und Pflanzenschutzmitteln. Ca. 90% der Versuche bei Bayer sind gesetzlich vorgeschrieben, um die Wirksamkeit und Sicherheit innovativer Wirkstoffe und Produkte für Menschen, Tiere und die Umwelt zu gew?hrleisten. Alle anderen Tierversuchsvorhaben z.B. in der Grundlagenforschung sind schon jetzt nur zul?ssig, wenn keine tierfreien Forschungsans?tze zur Verfügung stehen und alle anderen Anforderungen nach einem klar strukturierten Antrags- oder Anzeigeprozess erfüllt sind, so dass beh?rdenseitig die Unerl?sslichkeit festgestellt werden kann.

Auf Grund der ?hnlichkeit von Mensch und S?ugetier k?nnen aus den Versuchen aussagekr?ftige Schlüsse über die Wirkung der Inhaltsstoffe im menschlichen K?rper gezogen werden. So konnten dank solcher Studien zahlreiche Impf- und Arzneistoffe entwickelt werden, zur Behandlung von beispielsweise Herzkreislauferkrankungen, Krebs oder der Immunschw?che AIDS. Auch im Entwicklungsprozess von Pflanzenschutzmitteln sind toxikologische Untersuchungen im Rahmen von Tierversuchen gesetzlich vorgeschrieben.

Der Einsatz solcher Studien ist in Deutschland gesetzlich detailliert geregelt: Die Einhaltung der entsprechenden Vorgaben wird von Fachbeh?rden geprüft. In das Verfahren werden beratende Tierschutzkommissionen mit Beteiligung der Tierschutzverb?nde einbezogen. Auf internationaler Ebene bestehen neben nationalen Tierschutzregelungen zahlreiche Vereinbarungen der Forschungsgemeinschaft, um einheitliche Standards zu gew?hrleisten.

Dennoch wird die grunds?tzliche Durchführung von Tierversuchen immer wieder kontrovers in der ?ffentlichkeit diskutiert. Die forschenden Unternehmen nehmen diese Vorbehalte ernst und arbeiten kontinuierlich an der Entwicklung alternativer Testmethoden, um die Anzahl von Tierversuchen zu reduzieren. Dazu z?hlen Versuche an Gewebeproben oder Computersimulationsprogramme. Diese k?nnen Tierversuche bisher jedoch nur begrenzt ersetzen und sind nur in einigen Bereichen von den zust?ndigen Beh?rden als Ersatz für Tierversuche zugelassen.

Position von Bayer

Bayer führt Tierversuche für Produkte im Arzneistoff- und Agrarbereich durch und ist sich dabei seiner Verantwortung bewusst und hat sich strenge Grunds?tze zu Tierschutz und Tierversuchen gegeben und diese verbindlich niedergelegt. Bayer arbeitet zudem in der Forschung im Rahmen des 3R-Prinzips darauf hin, die Anzahl der Tiere, die in den Studien eingesetzt wird, zu verringern (Reduce); die Forschungsmethoden zu verfeinern (Refine); sowie Tierversuche durch alternative Verfahren zu ersetzen (Replace).

  1. Bei all unseren Tierversuchen halten wir uns an die geltenden Tierschutzgesetze. In L?ndern ohne spezielle Gesetzgebung gelten für unsere Produktionsst?tten, Partner und Zulieferer die Bayer-Grunds?tze zu Tierschutz und Tierversuchen. Ein Bayer-internes Tierschutz-Komitee überwacht deren Einhaltung.
  2. Wir schaffen für die Tiere angemessene Lebensbedingungen. Zudem reduzieren wir mit Eingriffen verbundene Untersuchungen und Stresserfahrungen u.a. durch Nutzung von Mikro-Computertomographien und Fernmessverfahren. Au?erdem überwachen unsere Tierschutzbeauftragten die Durchführung aller Tierversuche.
  3. Bayer arbeitet auf nationaler und internationaler Ebene zusammen mit Stakeholdern intensiv an der Entwicklung alternativer Methoden, um die Anzahl von Tierversuchen kontinuierlich zu reduzieren. Darüber hinaus unterstützt Bayer entsprechende Projekte mit finanziellen und anderen F?rdermitteln.
  4. Angesichts eines Zeitraums von oft über 12 Jahren bis zur sicheren Entwicklung und Zulassung innovativer Medikamente und Pflanzenschutzmittel pl?diert Bayer für planbare und verl?ssliche Genehmigungsverfahren, die es dem Unternehmen erm?glichen, zeitlich verl?sslich zu planen und Patienten und Landwirte schnellstm?glich mit sicheren, innovativen Produkten zu versorgen.
  5. Bayer ist offen für einen intensiven Dialog mit allen Stakeholdern, um gemeinsam die besten L?sungen im Interesse des Tierwohls, der Wissenschaft sowie der Patienten und Landwirte zu finden.

    Für mehr Informationen: www.tierversuche.bayer.de